Es fängt harmlos an: Man bestellt „nur mal eben“ einen Dummy, schließlich soll der Hund ja sinnvoll ausgelastet werden. Einige Wochen später liegt eine ganze Sammlung in verschiedenen Größen und Farben im Flur, die Nachbarn fragen vorsichtig, ob man damit eine neue Sportart begonnen hat – und der Postbote kennt den eigenen Namen inzwischen etwas zu gut. Alle sind begeistert, wenn man erklärt was man damit vorhat. So weit also die Theorie. In der Theorie ist also alles klar: Dummy werfen, Hund holen lassen, Dummy zurückbekommen. Wie schwer kann das schon sein?
Spätestens nach den ersten Trainingsrunden auf der Wiese zeigt die Praxis dann ihre ganz eigene Wahrheit. Der Hund findet das Hinterherjagen großartig, das Zurückkommen mit Dummy eher optional – und wenn er ihn doch bringt, dann meist im kreativen Zickzackkurs mit kurzen Pinkelpausen dazwischen.
Hat man seinen Dummy dann endlich wieder an sich (und seinen Hund vor sich), denkt man sich: „Also in den Videos auf YouTube sah das irgendwie einfacher aus …“
Wer mit dem Dummytraining beginnt, merkt schnell, wie viele kleine Bausteine hinter einem „sauberen“ Apport stecken: Impulskontrolle, Motivation, Rückkehr, Abgabe, Orientierung. Statt eines klaren Plans entstehen dann häufig Unsicherheit und wiederkehrende Fragen. Ein paar der häufigsten Fragen möchten wir in diesem Beitrag kurz beantworten.
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Die 5 häufigsten Probleme beim Apportieren
1. Wie lernt mein Hund, ruhig zu warten, bis ich ihn schicke?
Ruhiges Warten ist eine eigene Übung, kein Nebenprodukt des Apportierens.
Beginne ohne Dummy: Hund sitzt oder liegt, du bewegst dich leicht, kommst zurück und belohnst die Ruhe.
Steigere dann langsam die Ablenkung, zum Beispiel Dummy in die Hand nehmen, fallen lassen, kurze Distanz werfen, selber holen. Belohne seine ruhiges Warten. Der Hund darf erst auf dein Startsignal los – bleibt er ruhig, folgt eine Belohnung, springt er ein, wird einfach kommentarlos neu gestartet. Ggf. kannst du am Anfang auch das Einspringen unterbinden, indem du den Hund noch angeleint lässt, oder noch besser, das eine zweite Person das gefallene Dummy absichert (bedeutet, die Person nimmt das Dummy einfach weg, bevor dein Hund es erreichen kann).
2. Mein Hund kommt ohne Dummy zurück – woran liegt das?
Das Training mit Dummys hat gleich mehrere Vorteile. Welcher Rasse dein Hund angehört, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Die Urinstinkte zur Jagd sind in jedem Hund vorhanden. Mit Dummytraining kannst du diese Urinstinkte in deinem Hund befriedigen und das daraus resultierende Verhalten für ein mehr an Bindung, Vertrautheit, Gehorsamkeit und gemeinsamem Spaß nutzen. Wenn du es richtig anstellst, wird dein Hund dich dafür umso mehr lieben!
3. Mein Hund rennt mit dem Dummy weg und spielt – wie stoppe ich das?
Wenn der Hund mit dem Dummy wegrennt, ist das meistens ein selbst erfundenes Spiel. Vermeide es, ihn zu verfolgen – das macht es nur noch spannender. Trainiere stattdessen ein Tauschspiel: Dummy bringen, dafür gibt es Futter oder ein anderes Spielzeug bei dir. Mit der Zeit wird das gemeinsame Spiel mit dir interessanter als das Weglaufen mit dem Dummy. Bei ganz harten Fällen, beginne das Training im Zimmer (so hat er weniger Möglichkeiten wegzulaufen) und versteht schneller was du von ihm willst.
Im nachfolgenden Video zeigen wir dir im 1. Schritt das positive Verknüpfen (Kennenlernen) und Aufnehmen von Dummys mit Hilfe eines recht nützlichen Hilfsmittels - einem Futterdummy oder Snackdummy. Allen Beginnern und noch Unerfahrenen empfehlen wir wie im Video gezeigt vorzugehen.
4. Wie übe ich, dass mein Hund den Dummy in die Hand gibt?
Starte auf sehr kurze Distanz, idealerweise direkt vor dir. Nimm den Dummy ruhig entgegen und belohne genau in dem Moment, in dem er ihn in deiner Hand loslässt. Vermeide Ziehen und Zerren; das macht viele Hunde fest im Maul oder spielig.
Wenn die Abgabe nahe bei dir zuverlässig klappt, vergrößere nach und nach die Distanz beim Apport. Auch hierzu können wir dir das im vorherige Video nahelegen.
5. Ab wann kann ich mit mehreren Dummys, Markierungen und Einweisen anfangen?
Mit unterschiedlichen Dummys kannst du bereits nachdem dein Hund seinen ersten Dummy zuverlässig zu dir bringt und abgibt starten. Damit ist jedoch nicht gemeint gleich mehrere Dummys zu werfen, auszulegen oder ähnliches. Sondern sinnvoller ist es erst einmal div. Formen und Gewichte zu trainieren. Darunter könnte dann auch der ein oder andere Felldummy sein.
Mehrere Dummys in einer Übung und komplexe Aufgaben lohnen sich erst, wenn die Basis wirklich sicher ist.
Dein Hund sollte zuverlässig warten können, den Dummy freudig zurückbringen und sauber abgeben.
Erst dann macht es Sinn, Markierungen (div. Fallstellen merken und dann in der von dir vorgegebenen Reihenfolge apportieren), Verlorensuchen und Einweisen schrittweise aufzubauen.
Orientiere dich lieber an der Sicherheit im Verhalten deines Hundes als an seinem Alter: Wenn die Grundlagen stabil sind, kannst du den nächsten Schritt wagen.
Diese Punkte greifen die fünf häufigsten Fragen zum Dummytraining auf. Wenn du nach den Antworten tiefer einsteigen möchtest, findest du auf unserer Seite eine Auswahl passender Dummys und Trainingsequipment .
Oder du schaust dir unseren ausführlichen Blogartikel mit Videos zum Thema „Dummys apportieren leicht gemacht“ an.
Hast du weitere Fragen, dann kannst du diese gerne unter dem Artikel stellen. Wir werden dir dann direkt antworten oder deine Frage in einem weiteren Beitrag beantworten.
In diesem Sinne, viel Erfolg und Spaß beim Dummytraining wünscht dir...
Ralf Fröhlich
vom Dogspartner-Team.
Weitere Hilfe für dein Dummytraining - Hier geht's zum Beitrag »