Hundepflege beginnt mit Vertrauen
Wer einen Hund bürstet, kämmt oder wäscht, fasst ihn überall an. An den Ohren, zwischen den Zehen, am Bauch. Kein Hund lässt das zu, weil er es muss, sondern weil er dem Menschen am anderen Ende der Bürste vertraut. Genau deshalb ist Pflege mehr als Hygiene: Sie ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen Sie Ihrem Hund ruhig und körperlich nahekommen, ohne etwas von ihm zu verlangen.
Nebenbei erledigt sie zwei Dinge, die sonst niemand übernimmt. Sie hält Fell, Haut, Ohren und Pfoten in Ordnung, und sie führt dazu, dass Ihnen Veränderungen auffallen, solange sie noch klein sind. Eine Verfilzung hinter dem Ohr, ein Riss im Ballen, ein Parasit im Nacken. Wer seinen Hund regelmäßig durch die Hände gehen lässt, findet so etwas, bevor es Thema wird.
Natürliche Hundepflege statt Chemiebaukasten
Was alles auf der Haut bleibt
Ein Hund leckt sich. Alles, was Sie ihm ins Fell geben, landet früher oder später auch in seinem Maul. Das ist der Grund, warum wir bei der Auswahl unserer Pflegeprodukte streng sind und Rezepturen auf pflanzlicher Basis bevorzugen, mit kurzen Zutatenlisten und ohne unnötige Duftfracht.
Dasselbe Prinzip gilt beim Zubehör. Holz statt Plastik, Naturborsten statt Billigfaser, Werkzeug, das in der Hand liegt und nicht nach zwei Saisons im Müll landet. Das ist nicht die günstigste Variante, aber die, hinter der wir stehen.
Wie oft darf ein Hund gebadet werden?
So selten wie möglich und so oft wie nötig. Ein gesunder Hund braucht kein Bad nach Kalender. Seine Haut trägt einen Fettfilm, der sie geschmeidig hält, und jedes Waschen mit Shampoo nimmt davon etwas weg. Bei einem Hund, der einmal im Monat durch den Teich springt, ist das belanglos. Bei einem, der jede Woche eingeschäumt wird, nicht mehr.
In der Praxis reicht erstaunlich oft die kleinste Stufe. Getrockneter Schlamm lässt sich am nächsten Tag ausbürsten, als wäre er nie da gewesen. Pfoten und Bauch spülen Sie mit klarem, lauwarmem Wasser ab. Erst wenn der Hund in etwas geraten ist, das sich so nicht lösen lässt, kommt Shampoo oder Seife ins Spiel.
Trockener Schmutz, lose Haare, Sand. Die Stufe, die am häufigsten genügt und die der Haut nichts nimmt.
Klares, lauwarmes Wasser für Pfoten, Bauch und Beine. Nach dem Strand, nach Streusalz, nach dem Waldweg.
Mit Hundeshampoo oder fester Hundeseife, wenn der Rest nicht reicht. Gründlich ausspülen, denn Rückstände im Fell jucken.
Welche Bürste passt zu welchem Fell?
Bürsten ist die Pflege, die täglich stattfindet und die am meisten bringt. Entscheidend ist nicht, wie teuer die Bürste war, sondern ob sie zum Haarkleid passt.
Kurzhaar, glatt anliegend
Kurzhaar mit dichter Unterwolle
Langhaar ohne viel Unterwolle
Langhaar mit Unterwolle
Mehr dazu im Blog: Warum Bürsten weit mehr ist als Fellpflege, was dabei im Hund vorgeht und wie Sie einen Bürstenmuffel dazu bringen, sich darauf zu freuen, haben wir ausführlich aufgeschrieben: Hunde bürsten ist nicht nur Fellpflege.
Pfoten, Ohren, Gesicht
Das Fell bekommt die Aufmerksamkeit, dabei sitzen die ärgerlichen Stellen woanders. Drei Bereiche, die bei jedem Pflegedurchgang zwei Minuten verdienen.
Pfoten
Ballen und Zehenzwischenräume ansehen und ausfühlen. Im Winter gehört Streusalz nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser abgespült. Viele Halter tragen vorher einen Balsam auf, damit zwischen Ballen und Untergrund eine Schicht liegt. Wird das Haar zwischen den Ballen lang, kürzt eine Fellschere es bündig mit der Pfotenunterseite.
Ohren
Ansehen, nicht ausräumen. Bei einem gesunden Hund genügt es, die sichtbare Muschel mit einem weichen Tuch auszuwischen. Im Gehörgang hat weder Wattestäbchen noch Flüssigkeit etwas verloren. Riecht ein Ohr auffällig oder schüttelt der Hund wiederholt den Kopf, ist das ein Fall für den Tierarzt und nicht für die Hausapotheke.
Gesicht und Falten
Ein Hund mit Bart zieht ihn durch jeden Napf, und langer Behang hängt beim Fressen mit im Futter. Bei Faltenrassen steht zwischen den Hautfalten die Feuchtigkeit. Wischen Sie diese Stellen nach der Mahlzeit mit einem feuchten Tuch ab und tupfen Sie sie trocken. Was dauerhaft nass bleibt, fängt irgendwann an zu riechen.
Der Kamm als Suchgerät
Wer seinen Hund regelmäßig durchkämmt, macht nebenher etwas, wofür es kein eigenes Produkt braucht: Er sucht ihn ab. Ein feiner Kamm fährt dichter an der Haut entlang als jede Hand und fördert zutage, was sich dort eingenistet hat. Am besten direkt nach dem Spaziergang, wenn ein Gast noch nicht festsitzt und sich oft einfach abstreifen lässt.
Besonders hartnäckig ist dabei ein Tier, das viele Halter erst seit wenigen Jahren kennen: die Hirschlausfliege. Sie fliegt im Spätsommer und Herbst an, wirft nach der Landung ihre Flügel ab und kriecht ins Fell, wo sie sich erstaunlich schwer wieder einfangen lässt. Wie Sie sie erkennen und was dann zu tun ist, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengetragen: Die Hirschlausfliege.
Warum ein Kamm mehr findet als zehn Minuten Streicheln
Zwischen den Zähnen eines engen Kamms bleibt hängen, was Sie mit den Fingern übersehen: Grannen, Zecken, Hirschlausfliegen, verklebte Stellen. Dazu kommt ein praktischer Nebeneffekt. Hunde, die das Kämmen von klein auf kennen, halten auch dann still, wenn Sie wirklich einmal etwas aus dem Fell holen müssen. Die Kämme und Bürsten dafür finden Sie im Zubehör.
Wie ein Hund die Pflege schätzen lernt
Pflege, die der Hund als Übergriff erlebt, wird irgendwann nicht mehr gemacht. Deshalb lohnt es sich, am Anfang mehr Zeit zu investieren als nötig. Fangen Sie im Welpenalter an, auch wenn es am kurzen Welpenfell nichts zu bürsten gibt. Es geht nicht um das Fell, sondern um die Gewöhnung an Berührung an Stellen, die ein Hund von sich aus nicht anbietet: Pfoten, Ohren, Rute, Bauch.
Drei Dinge helfen dabei mehr als jedes Hilfsmittel. Kurze Einheiten, zwei Minuten reichen am Anfang. Immer an derselben Stelle und zur selben Tageszeit, weil Rituale einem Hund Sicherheit geben. Und Schluss machen, bevor er genug hat, nicht danach. Bei einem erwachsenen Hund, der schlechte Erfahrungen gemacht hat, funktioniert derselbe Weg, er dauert nur länger.
Die beste Pflege ist die, die beide mögen.
Alles andere wird nach drei Wochen nicht mehr gemacht.
Häufige Fragen zur Hundepflege
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Es gibt kein festes Intervall, und das ist die ehrliche Antwort. Ein gesunder Hund braucht kein Bad nach Kalender, sondern nach Anlass. Jedes Waschen mit Shampoo nimmt dem Fell etwas von seinem Fettfilm, deshalb ist die Reihenfolge ausbürsten, abspülen, und erst dann waschen. Hunde mit viel Fell oder regelmäßigem Kontakt zu Schlamm und Salzwasser kommen häufiger in die dritte Stufe als ein kurzhaariger Stadthund.
Besser nicht. Menschenhaut ist leicht sauer, ihr pH-Wert wird meist mit etwa 5,5 angegeben, bei Hundehaut werden üblicherweise Werte um 7 bis 7,5 genannt. Shampoo für Menschen arbeitet also im falschen Bereich und trocknet die dünnere Hundehaut aus. Babyshampoo ist zwar mild, aber genauso auf die falsche Haut eingestellt. Ein Hundeshampoo kostet nicht mehr und passt.
Kurzes, glatt anliegendes Haar mag Gummistriegel und Noppenbürsten. Kurzhaar mit dichter Unterwolle braucht einen Striegel, der unter das Deckhaar kommt. Langes Haar ohne viel Unterwolle profitiert von Naturborsten, weil sie das Hautfett bis in die Spitzen verteilen. Bei langem Haar mit Unterwolle arbeiten Zupfbürste und Kamm im Wechsel. Eine Bürste für alles gibt es nicht, zwei decken aber die meisten Hunde ab.
Kurzhaar kommt mit ein- bis zweimal pro Woche aus, langes Fell mit Unterwolle will täglich durch die Hände. Entscheidend ist weniger die Zahl als die Regelmäßigkeit: Wer jeden Tag fünf Minuten bürstet, hat nie Verfilzungen. Wer einmal im Monat eine Stunde ansetzt, kämpft gegen Knoten, und der Hund findet die Sache bald unangenehm.
Im Frühjahr und im Herbst stößt der Hund große Mengen Unterwolle ab, und zwar über mehrere Wochen. In dieser Zeit lohnt tägliches Bürsten mit einem Werkzeug, das wirklich unter das Deckhaar kommt. Was Sie herausbürsten, liegt nicht auf dem Sofa, und der Hund kommt schneller durch den Wechsel, weil die lose Wolle nicht mehr im Fell steckt.
Auf Haut und Fell leben Bakterien und Hefen, die ständig flüchtige Substanzen abgeben. Trocken bleiben die weitgehend gebunden, Wasser löst sie und trägt sie in die Luft. Der Geruch sagt also nichts über mangelnde Sauberkeit aus. Er verschwindet mit dem Trocknen, und gründliches Abtrocknen beschleunigt das.
Wenn, dann auf der kühlsten Stufe und mit Abstand. Hundehaut verträgt weniger Hitze als unsere, und die meisten Hunde finden Geräusch und Luftstrom im Gesicht unangenehm. In aller Regel reicht ein Handtuch, gefolgt von einem warmen, zugfreien Platz. Bei dichter Unterwolle hilft es, das Fell nach dem Abtrocknen aufzubürsten, damit Luft hineinkommt.
Das hängt am Fell und am eigenen Geschmack. Feste Hundeseife lässt sich genau dort einsetzen, wo etwas hin soll, sie reist ohne auslaufende Flasche und kommt ohne Plastikverpackung aus. Shampoo verteilt sich in langem, dichtem Fell leichter und lässt sich verdünnt sparsamer einsetzen. Bei beidem gilt dasselbe: gründlich ausspülen.
Streusalz und Splitt setzen sich zwischen den Ballen fest. Spülen Sie die Pfoten nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser ab und trocknen Sie die Zehenzwischenräume. Viele Halter tragen vor dem Weg einen Balsam auf, damit zwischen Ballen und Untergrund eine Schicht liegt. Langes Haar zwischen den Ballen sammelt Schneeklumpen und wird besser bündig gekürzt.
Als flaches, bräunliches Insekt mit auffallend festem Panzer, das sich kaum zerdrücken lässt und erstaunlich flink im Fell unterwegs ist. Nach der Landung wirft sie ihre Flügel ab und arbeitet sich zur Haut vor, deshalb entdeckt man sie meist erst beim Kämmen. Hauptzeit ist der Spätsommer und der Herbst. Ausführlich beschrieben haben wir das Tier im Beitrag Die Hirschlausfliege.

