Wildlocker und Lockpfeifen zum Anlocken und Imitieren
Mit einem Wildlocker lässt sich je nach Ruf und Auswahl der Lockpfeife ein Klageruf, ein Warnruf oder ein Balzruf nachbilden. Welcher Laut dabei entsteht, entscheidet die Blastechnik, und genau darin liegt der Unterschied zwischen einem Gerät, das Wild herbeiholt, und einem, das es vergrämt. Wer eine Lockpfeife führt, sollte den Ruf des betreffenden Wildes kennen, bevor er ihn im Revier einsetzt.
Entsprechend wichtig ist die Qualität des Lockers selbst. Ein Hersteller, der sich mit der jeweiligen Art und ihren Rufen auskennt, baut ein Instrument, das den Laut im richtigen Tonbereich und mit der richtigen Klangfarbe wiedergibt. Wir führen deshalb ausschließlich Lockpfeifen von ACME, einem Hersteller, der seit über hundert Jahren Pfeifen baut.
Der zweite, bei vielen noch unbekannte Einsatzbereich liegt im jagdnahen Hundetraining. Mit einer Lockpfeife lassen sich Jagdszenen im Training so nachstellen, dass der Hund nicht nur apportiert, sondern auf das Geschehen reagiert, wie er es später im Revier tun soll.
Welcher Ruf holt welches Wild?
Ein Wildlocker ist nach dem Tier benannt, dessen Laut er nachbildet, und nicht nach dem Tier, das darauf anwechselt. Diese Unterscheidung kostet Anfänger regelmäßig einen Fehlkauf, deshalb steht sie hier an erster Stelle.
ACME Entenlocker
Der einzige der vier Rufe, der das Tier herbeiholt, nach dem er benannt ist. An der Wasserfläche holt er Enten in Schussdistanz, im Training leitet er die Markierung ein.
ACME Hasenklage
Hier liegt der häufigste Irrtum. Die Hasenklage lockt keinen Hasen, sie bildet den Angstschrei eines verletzten Tieres nach und ruft damit alles herbei, was von Beute lebt. In der Lockjagd auf Fuchs ist sie das meistgenutzte Gerät überhaupt.
ACME Fuchslocker
Arbeitet über den Reiz des Artgenossen statt über die Beute. In der Ranz, wenn der Fuchs ohnehin unterwegs ist und auf Konkurrenz reagiert, spielt dieser Ruf seinen Vorteil aus.
ACME Krähenlocker
Für die Lockjagd auf Rabenvögel, häufig in Verbindung mit einem Lockbild. Krähen reagieren sehr direkt auf Artgenossenrufe und kommen oft in Gruppen.
Kurz gefasst: Hasenklage und Fuchslocker holen beide den Fuchs, nur über zwei verschiedene Beweggründe. Die Klage spricht den Hunger an, der Fuchslaut die Konkurrenz. Wer im Winter ansitzt, fährt mit der Klage meist besser, wer während der Ranz jagt, probiert beides.
Wie man eine Lockpfeife richtig einsetzt
Ein Wildlocker bringt kein Stück heran, weil er laut ist, sondern weil der Laut glaubwürdig klingt und zum richtigen Zeitpunkt fällt. Die folgenden fünf Punkte entscheiden darüber mehr als das Gerät selbst.
Nach dem Aufbauen vergehen rund zwanzig Minuten, bevor der erste Ruf fällt. Das Revier muss sich beruhigt haben, sonst reagiert ohnehin nichts auf das, was Sie anbieten.
Zu häufige Rufe verraten den Schwindel schneller als ein unsauberer Ton. Ein Fuchs, der einmal misstrauisch geworden ist, kommt an dieser Stelle nicht wieder, und er kommt auch beim nächsten Ansitz nicht.
Das anwechselnde Stück darf keine Witterung aufnehmen, bevor es in Sicht kommt. Gegenwind ist die Grundvoraussetzung, nicht die Feinheit für Fortgeschrittene.
Rufen Sie nicht von der Kanzel oder aus dem Baum. Raubwild weiß, dass ein klagender Hase nicht in drei Metern Höhe sitzt, und wird genau dort nachsehen, wo der Laut herkam.
Der erste Ruf im Revier sollte nicht der erste Ruf überhaupt sein. Tonaufnahmen des jeweiligen Lautes gibt es reichlich, und eine halbe Stunde Vergleich erspart einen verdorbenen Ansitz.
Zur Jahreszeit: Die Reizjagd auf Raubwild läuft vor allem in den Wintermonaten, wenn das Nahrungsangebot knapp wird und der Fuchs weitere Wege auf sich nimmt. Bei Regen und Sturm bleibt er dagegen lieber in der Nähe des Baus, und dann hilft auch der sauberste Ruf nicht weiter.
Lockpfeife, Blatter oder Reizjagd: wo liegt der Unterschied?
Drei Begriffe, die im Sprachgebrauch durcheinandergehen, obwohl sie unterschiedliche Jagdarten und unterschiedliche Geräte meinen.
Lockpfeife
Blatter
Reizjagd
Wildlocker und Lockpfeifen im Dummytraining
Ein Dummy, das aus dem Nichts geworfen wird, ist für den Hund ein Gegenstand, der fällt. Geht dem Wurf ein Entenruf voraus, wird daraus eine Szene mit Vorgeschichte. Der Hund lernt, dass dem Laut etwas folgt, und das verändert seine Aufmerksamkeit lange vor dem Wurf. Genau das ist der Zustand, den Sie später im Revier brauchen, wenn vor dem Schuss etwas hörbar wird. Die folgenden drei Übungen zeigen, wie sich ein Wildlocker in ein bestehendes Dummytraining einbauen lässt.
Die Markierung mit Ankündigung
Kurz bevor das Dummy geworfen wird, geben Sie den entsprechenden Laut mit der Lockpfeife. Unmittelbar danach sieht der Hund das Dummy fallen. Nach wenigen Wiederholungen hebt er bereits beim Ruf den Kopf und sucht die Luft ab, statt erst auf die Bewegung zu reagieren.
Damit arbeiten Sie an zwei Dingen gleichzeitig: an der Aufmerksamkeit vor dem Ereignis und an der Ruhe während des Wurfs. Der Hund soll nämlich nicht losrennen, sobald es pfeift, sondern warten, bis Sie ihn schicken.
Ablenkung beim Einweisen
Sie werfen ein Dummy als stille Markierung, die der Hund beobachtet. Dann folgt ein zweites Dummy, seitlich versetzt, und vor diesem zweiten Wurf ertönt der Lockruf. Der Hund soll nun auf die erste, stille Markierung eingewiesen werden und sie apportieren. Das zweite Dummy bleibt liegen.
Diese Übung ist anspruchsvoller, als sie klingt. Sie stellen zwei Reize gegeneinander und verlangen vom Hund, den auffälligeren zu ignorieren und Ihrer Anweisung zu folgen. Genau das entscheidet später auf dem Treiben darüber, ob ein Hund führbar ist.
Gewöhnung an das Jagdgeschehen
Nicht jeder Hund soll apportieren, aber jeder Jagdhund sollte Laute, die im Revier vorkommen, gelassen hinnehmen. Setzen Sie den Entenlocker oder den Krähenlocker bei ganz normalen Übungen beiläufig ein, ohne dass darauf etwas folgt. Der Laut wird damit zur Kulisse statt zum Signal.
Das ist dieselbe Logik, nach der Sie den Hund an Schussgeräusche gewöhnen: Nicht durch Konfrontation, sondern dadurch, dass er den Laut viele Male erlebt, ohne dass etwas Besonderes passiert.
Lockruf und Witterung in derselben Übung
Zwei Sinne statt einem
Ein Hund arbeitet über die Nase, aber er hört zuerst. Im Revier kommt beides zusammen: Es wird etwas hörbar, dann liegt eine Witterung in der Luft, und erst danach beginnt die Arbeit. Wer im Training nur eines von beidem anbietet, übt eine halbe Szene.
Präparieren Sie ein Dummy mit Wild-Duftstoff der passenden Art und kündigen Sie den Wurf mit dem Locker derselben Art an. Entenlocker und Entenwitterung, Hasenklage und Hasenwitterung. Der Hund bekommt damit dieselbe Reihenfolge wie draußen, und das merkt man ihm später an.
Die passende Ausrüstung zum Lockruf
Eine Lockpfeife allein ist ein Geräusch. Zusammen mit dem Richtigen am anderen Ende der Wiese wird daraus eine Übung.
Dead-Fowl-Dummys
Die geschäumten Enten- und Fasanendummys kommen echtem Federwild in Form und Gewicht nahe. In Verbindung mit dem Entenlocker entsteht die vollständigste Szene, die sich ohne echtes Wild herstellen lässt.
Felldummys
Kaninchenfell und Fuchsfell auf dem Dummykörper geben dem Hund das Griffgefühl von Haarwild. Passt zur Hasenklage, wenn Sie die Arbeit auf Haarwild aufbauen wollen.
Hundepfeifen
Nicht zu verwechseln mit dem Locker. Die Hundepfeife richtet sich an den Hund, der Locker an das Wild. Beide gehören ans Band, aber auf keinen Fall auf dasselbe.
Ein Ruf zur falschen Zeit verdirbt einen ganzen Ansitz. Ein Ruf zur richtigen holt das Wild aus dem Bestand. Dazwischen liegt nichts als Übung.
Deshalb lieber zu Hause üben, bevor es ins Revier zum Pfeifen geht.
Häufige Fragen zu Wildlockern und Lockpfeifen
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Nein, und das ist der häufigste Irrtum bei diesem Gerät, das in anderen Sortimenten auch als Hasenlocker geführt wird. Die Hasenklage bildet den Angstschrei eines verletzten Hasen nach und ruft damit alles herbei, was von Beute lebt, in erster Linie den Fuchs. In der Reizjagd auf Raubwild gehört sie zu den meistgenutzten Lockmitteln überhaupt.
Das hängt davon ab, worauf Sie hinauswollen. Für die Reizjagd auf Fuchs ist die Hasenklage die naheliegende erste Wahl, weil sie auch auf größere Entfernung wirkt. Geht es Ihnen ums Hundetraining, beginnen Sie mit dem Entenlocker, der im Dummytraining die vielseitigste Anwendung hat.
Deutlich seltener, als die meisten vermuten. Nach dem Aufbauen vergehen etwa zwanzig Minuten bis zum ersten Ruf, danach gilt sparsam vor laut. Zu häufiges Reizen macht das Wild misstrauisch, und ein Fuchs, der einmal Verdacht geschöpft hat, kommt an dieser Stelle so schnell nicht wieder.
Ja, und viele Führer tun genau das. Der Locker dient dann nicht dem Wild, sondern dem Aufbau einer Szene: Ein Laut kündigt an, dass gleich etwas fällt. Das schärft die Aufmerksamkeit des Hundes vor dem Ereignis und lässt sich im Dummytraining ohne jeden jagdlichen Bezug nutzen. Viele Dummyführer ohne Jagdschein arbeiten genau so mit einem Wildlocker.
Ja. Rehwild wird mit einem eigenen Gerät gerufen, das Fiep, Sprengfiep und Kitzfiep wiedergibt, und die Blattzeit liegt etwa zwischen Ende Juli und Mitte August. Die Lockpfeifen dieser Kategorie decken Federwild und Raubwild ab sowie das Hundetraining.
In der Zielrichtung. Eine Hundepfeife gibt ein Signal an den Hund, meist in einem festen Tonbereich, den Sie sich merken und wiederfinden können. Eine Lockpfeife bildet einen Tierlaut nach und richtet sich an das Wild. Tragen Sie beide getrennt, sonst greifen Sie im entscheidenden Moment zum falschen Gerät.