Die moderne Hundefütterung hat sich in den letzten Jahren stark professionalisiert. Was früher einfach „Dose oder Trocken“ hieß, ist heute eine Frage der Biochemie, der Verarbeitung und der individuellen Bedürfnisse von Hund und Halter. Ob Trockenfutter Hund, Nassfutter Hund, Trockenbarf oder BARF – jede Form hat besondere Eigenschaften, Vor- und Nachteile.
Tierärztliche Forschungsstellen – darunter die Universität Leipzig (Institut für Tierernährung, 2023) und die VetmedUni Wien (2022) – betonen immer wieder: Nicht die Form, sondern die Zusammensetzung, Verdaulichkeit und Qualität der Zutaten entscheiden über die gesundheitliche Wirkung eines Hundefutters.
Inhaltsverzeichnis
- Trockenfutter Hund – Auswahl und Herstellungsverfahren
- Fleischanteil und Zusammensetzung – was steckt wirklich drin?
- Wertigkeit und Füllstoffe im Hundefutter
- Trockenbarf – Natürlichkeit trifft Komfort
- Nassfutter Hund – natürliche Feuchtigkeit, hohe Akzeptanz
- BARF – roh, frisch, aber anspruchsvoll
- Gegenüberstellung der Fütterungsformen
- Fazit – individuelle Ernährung statt Pauschalurteil
- Häufig gestellte Fragen zum Thema Hundefutter
1. Trockenfutter Hund – Auswahl und Herstellungsverfahren
Trockenfutter ist die am weitesten verbreitete Futterart. Es gibt drei Hauptvarianten, die sich im Herstellungsverfahren und Nährstofferhalt unterscheiden: extrudiert, kaltgepresst und halbfeucht.
Extrudiertes Trockenfutter
Beim Extrusionsverfahren werden Zutaten durch eine Schneckenpresse unter Druck und Temperaturen zwischen 120–180 °C verarbeitet. Stärkequellen (z. B. Kartoffeln, Reis, Mais, Erbsen) werden aufgeschlossen, sodass sie leichter verdaulich sind. Danach expandiert das Futter kurz und wird getrocknet.
Vorteile: Sehr gute Haltbarkeit, hygienische Sicherheit, gleichmäßige Textur.
Nachteile: Durch die hohe Temperatur können empfindliche Vitamine (z. B. B-Komplex, Omega-3-Fettsäuren) teils verloren gehen. Moderne Hersteller ersetzen diese nachträglich durch Zusatzvitaminierungen.
Kaltgepresstes Trockenfutter
Hierbei werden getrocknete Bestandteile bei Temperaturen unter 70 °C mechanisch verdichtet. Durch das Aussparen großer Hitze bleibt ein Teil der natürlichen Enzymstruktur erhalten.
Vorteile: Hoher Erhalt naturbelassener Nährstoffe, keine Expansion.
Nachteile: Geringere Lagerstabilität, oft krümeliger, und kann bei einigen Hunden schneller aufquellen – was Magenprobleme begünstigen kann, wenn zu wenig Wasser aufgenommen wird.
Halbfeuchtes Trockenfutter
Diese Variante enthält rund 15–20 % Restfeuchte und wird meist leicht vorgegart.
Vorteile: Intensiver Geschmack, hohe Akzeptanz, weiche Konsistenz; optimal auch für Senioren oder Hunde mit Zahnproblemen.
Nachteile: Kürzere Haltbarkeit; häufig (vor allem bei preiswerteren Vertretern) werden Zusatzstoffe wie pflanzliches Glyzerin zur Feuchtigkeitsbindung zugegeben.
2. Fleischanteil und Zusammensetzung – was steckt wirklich drin?
Der Begriff „Fleischanteil“ wird von Herstellern oft werbewirksam eingesetzt, sagt aber ohne Kontext wenig aus.
Fleisch in Frischform vs. Fleisch in Trockenmasse
Frisches Fleisch besteht zu etwa 70–75 % aus Wasser. Beim Trocknen reduziert sich dieser Anteil erheblich:
- 70 % Frischfleisch = ca. 25 % Fleischanteil im getrockneten Endprodukt.
- Fleischmehl ist dagegen konzentriert – es enthält kaum Restwasser, meist rund 90–95 % Trockenmasse.
Ein Futter mit 30 % Fleischmehl hat daher oft mehr echten Fleischanteil als eines mit „60 % Frischfleisch“. Wichtig ist also der Fleischanteil bezogen auf die Trockenmasse (TM) – nur so ist der Vergleich zwischen Marken sinnvoll. Der Fleischanteil eines Futters lässt sich noch relativ gut erkennen, wenn alle Zutaten im frischen Zustand auf der Zutatenliste stehen und annähernd den gleichen Feuchtegehalt haben. Gleiches trifft zu wenn alle Zutaten trocken benannt werden. Schwierig hingegen wird es wenn feuchte Zutaten (z.B. frisches Fleisch) und trockene Zutaten (z.B. getrockneter gemahlener Reis) auf der Zutatenliste stehen, da der stark unterschiedliche Wassergehalt der Zutaten zu einer Verschiebung der Anteile beim fertigen Trockenfutter führt.
Zudem spielt die Herkunft des Proteins eine Rolle: Muskelfleisch liefert leicht verdauliches Eiweiß, während Nebenerzeugnisse wie Lunge, Pansen oder Leber vor allem sekundäre Vitalstoffe (Kupfer, Vitamine, Taurin) enthalten – sinnvoll in Maßen, problematisch bei sehr hohen Mengen.
Wertigkeit der Zutaten
Die biologische Wertigkeit eines Proteins beschreibt, wie gut der Hund es verwerten kann.
- Eier, Geflügel und Fisch zählen mit Werten von 90–100 zur höchsten Qualität.
- Mais, Soja oder Reisproteine liegen deutlich darunter (50–60).
Ein hochwertiges Trockenfutter Hund kombiniert daher meist viel Protein aus Fleisch oder Fisch mit gut verdaulichen pflanzlichen Ergänzungen, anstatt diese in großer Menge als billige Füllstoffe einzusetzen.
3. Wertigkeit und Füllstoffe im Hundefutter
Füllstoffe dienen hauptsächlich der Volumenstreckung – sie sind günstig und sättigend, liefern aber wenig verwertbare Energie.
Häufige Füllstoffe im Hundefutter:
- Mais, Weizen, Soja – preiswerte Kohlenhydratquellen, die Proteine nur schwach ersetzen.
- Zuckerrübenschnitzel – liefern zwar Rohfaser, werden aber wegen ihrer preiswerten Masse häufig überdosiert.
- Reishülsen, Haferschalen, Zellulosepulver – sättigend, aber ballaststoffreich und nährstoffarm.
Ein übermäßiger Einsatz führt zu:
- Größeren Kotmengen
- Schlechterer Nährstoffaufnahme
- Verdauungsproblemen bei empfindlichen Hunden
4. Trockenbarf – Natürlichkeit trifft Komfort
Trockenbarf Hund ist für viele Halter der goldene Mittelweg zwischen industriellem Futter und Rohfütterung.
Herstellung
Frisches Fleisch, Innereien, Gemüse und Kräuter werden meist luftgetrocknet. Dieser Prozess entzieht nur Wasser, erhält aber Nährstoffe und Struktur.
Vorteile
- Individueller Fleischanteil
- Selber idividuell wählbare Zusammensetzung
- Keine Konservierungsstoffe nötig
- Lange Haltbarkeit
- Naturnahe Zusammensetzung
Wichtig
Trockenbarf muss vor der Fütterung in Wasser eingeweicht werden, um die ursprüngliche Wasserbalance wiederherzustellen. Ohne Wasser droht Dehydrierung, da Trockenbarf etwa 90 % Trockenmasse besitzt.
Studien, z. B. Lund University 2022, bestätigen, dass Hunde bei Trockenbarf eine höhere Verdaulichkeit bei tierischen Proteinen aufweisen als bei hochtemperaturverarbeitetem Trockenfutter – allerdings abhängig vom verwendeten Rohstoff.
5. Nassfutter Hund – natürliche Feuchtigkeit, hohe Akzeptanz
Nassfutter besteht zu 70–80 % aus Wasser. Es ist besonders beliebt bei Feinschmeckern und älteren Hunden.
Herstellung
Rohstoffe werden zerkleinert, gemischt und in Dosen, Würsten oder Pouches sterilisiert (meist bei 120 °C, 30–40 Minuten). So bleibt das Produkt lange haltbar ohne Konservierungsstoffe.
Vorteile
- Flüssigkeitslieferant: Ideal für Hunde mit geringem Trinkverhalten.

- Sehr hohe Akzeptanz: Geruch und Geschmack sind intensiver.
- Nähstoffreich: Durch die schonende Garung bleibt Proteinqualität stabil.
- Gut verträglich: Vor allem für empfindliche Verdauungssysteme.
Nachteile
- Nach Öffnen schnell verderblich
- Höherer Preis pro Mahlzeit
- Angebrochene Verpackungen müssen Lagerung im Kühlschrank gelagert werden
- Schlechtere Transportmöglichkeiten, auf Reise oder Unterwegs
Studie: Eine Untersuchung der Universität Gießen (2021) belegte, dass Hunde mit höherem Nassfutteranteil eine bessere Hydration und stabileren Harn-pH-Wert aufwiesen – ein Pluspunkt für ältere und nierenempfindliche Tiere.
6. BARF – roh, frisch, aber anspruchsvoll
Die Rohfütterung, meist als BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) bezeichnet, imitiert die Ernährung des Wolfes. Sie basiert auf rohem Fleisch, Innereien, Knochen, Gemüse und Ölen.
Vorteile
- Maximale Kontrolle über Herkunft und Qualität
- Sehr hohe Frische und Nährstoffdichte
- Anpassbar an jeden Hund
Risiken
- Hygienische Risiken: Keimbelastung mit Salmonellen oder E. coli möglich
- Nährstoff-Ungleichgewicht: Ohne exakte Planung drohen Mangelerscheinungen (Kalzium, Jod, Vitamin D).
- Zeitaufwand: Regelmäßige Zusammenstellung, Lagerung und Hygiene nötig.
Deshalb eignet sich BARF besonders für erfahrene Hundehalter mit Ernährungskenntnissen. Für alle anderen bietet Trockenbarf eine praktischere, sichere Annäherung an die Idee.
7. Gegenüberstellung der Fütterungsformen
Trockenfutter (extrudiert)
Vorteile: Haltbar, hygienisch, einfach dosierbar, bei hoher Wertigkeit gute Versorgung.
Nachteile: Qualitativ oft schwieriger zu durchschauen, teilweise Verwendung von Füllstoffen.
Kaltgepresstes Trockenfutter
Vorteile: Schonende Verarbeitung, weitgehend naturbelassen.
Nachteile: Kürzere Haltbarkeit, kann leichter krümeln, empfindlicher bei Feuchtigkeit.
Halbfeuchtes Trockenfutter
Vorteile: Weiche Konsistenz, hohe Akzeptanz auch bei älteren Hunden.
Nachteile: Kürzere Haltbarkeit, auf ggf. unerwünschte Zusatzstoffe wie Zucker oder Glycerin achten.
Trockenbarf
Vorteile: Sehr naturnahe Zusammensetzung, individuelle Zusammensetzung, Fleischanteil und Fleischquelle nach Belieben, lange Lagerfähigkeit.
Nachteile: Muss vor der Fütterung eingeweicht werden, etwas teurer als klassisches Trockenfutter.
Nassfutter
Vorteile: Sehr schmackhaft, hoher Feuchtigkeitsanteil, meist gut verträglich für empfindliche Hunde.
Nachteile: Schwerer zu lagern, höheres Gewicht, teurer in der täglichen Fütterung, mehr Verpackung.
BARF (Rohfütterung)
Vorteile: Frisch, individuell anpassbar, maximale Kontrolle über Zutaten.
Nachteile: Hygienerisiko durch rohe Bestandteile, erfordert exakte Planung und Ernährungswissen.
8. Fazit – individuelle Ernährung statt Pauschalurteil
Ob Trockenfutter, Nassfutter, Trockenbarf oder BARF – keine Fütterungsart ist pauschal „die beste“.
Ein hochwertiges Trockenfutter Hund mit hohem Fleischanteil in der Trockenmasse kann ebenso artgerecht sein wie ein gut deklariertes Nassfutter oder ein ausgewogenes Trockenbarf.
Die Qualität der Rohstoffe, die Transparenz der Deklaration und die beobachtete Verträglichkeit deines Hundes sind die tragenden Kriterien.
Studien zeigen klar: Hunde gedeihen dann am besten, wenn Nährstoffbedarf, Stoffwechsel und Alltagsumstände in Einklang stehen – und wenn der Halter versteht, was genau im Napf liegt.
9. Häufig gestellte Fragen zum Thema Hundefutter
Im Folgenden findest du ausführliche Antworten auf die 20 häufigsten Fragen, die Hundehalter aktuell rund um Hundefutter stellen.
-
Welches Hundefutter ist generell das beste?
Es gibt keine pauschale Antwort, denn das beste Hundefutter hängt immer von den individuellen Bedürfnissen deines Hundes ab. Entscheidend ist weniger die Futterform – ob Trockenfutter Hund, Nassfutter Hund oder Trockenbarf – sondern die Qualität der Zutaten. Achte auf einen hohen Anteil an tierischem Protein, eine klare Deklaration der Bestandteile und den Verzicht auf unnötige Füllstoffe wie Mais oder Weizen. Nur wenn das Futter gut vertragen wird und dein Hund vital, glänzend und fit wirkt, hast du die richtige Wahl getroffen.
-
Trockenfutter oder Nassfutter – was ist besser?
Beide Formen haben ihre Daseinsberechtigung und können bei richtiger Zusammensetzung gesund sein. Trockenfutter Hund punktet durch seine praktische Handhabung, lange Haltbarkeit und hohe Energiedichte – ideal für den Alltag oder unterwegs. Nassfutter Hund hingegen liefert durch seinen hohen Wasseranteil von 70–80 Prozent wertvolle Flüssigkeit, was besonders für trinkfaule Hunde oder Tiere mit Nierenproblemen von Vorteil ist. Viele Halter kombinieren beide Formen bewusst: Trockenfutter morgens für die Grundversorgung und Nassfutter abends als schmackhafte, feuchte Mahlzeit. Wichtig ist, dass beide Sorten hochwertig sind und sich in ihrer Nährstoffzusammensetzung ergänzen.
-
Was unterscheidet Trockenfutter von Trockenbarf?
Der wesentliche Unterschied liegt im Herstellungsverfahren und damit im Nährstofferhalt. Klassisches Trockenfutter wird meist extrudiert, das heißt unter hohem Druck und Hitze verarbeitet. Das macht es haltbar und keimfrei, kann aber hitzeempfindliche Vitamine und Enzyme teilweise zerstören. Trockenbarf Hund hingegen wird durch Luft- oder Gefriertrocknung konserviert – ein sehr schonendes Verfahren, das die natürliche Struktur von Fleisch, Innereien und Gemüse weitgehend bewahrt. Dadurch bleibt mehr von der ursprünglichen Nährstoffvielfalt erhalten. Trockenbarf liegt damit ernährungsphysiologisch näher am rohen BARF, ist aber deutlich praktischer und hygienischer im Alltag.
-
Wie hoch sollte der Fleischanteil sein?
Ein hochwertiges Hundefutter sollte in der Trockenmasse einen Fleischanteil von 50–70 Prozent aufweisen. Warum ist das so wichtig? Hunde sind von Natur aus Karnivoren mit omnivorer Tendenz – ihr Verdauungssystem ist auf tierisches Protein ausgelegt. Nur dieses liefert alle essenziellen Aminosäuren in der richtigen Balance. Vorsicht ist bei Angaben wie „70 Prozent Frischfleisch“ geboten: Da Frischfleisch zu etwa drei Vierteln aus Wasser besteht, bleibt nach der Trocknung oft nur ein Viertel davon als tatsächlicher Fleischanteil übrig. Dies trifft zu wenn die Angaben auf Zutatenliste frische Zutaten (wie z.B. frisches Fleisch) und anschließend trockne Zutaten (wie z.B. Reismehl, gemahlener Mais usw.) auflistet. Fleischmehl oder getrocknetes Fleisch sind hier aussagekräftiger, da sie kaum Wasser enthalten und mit den trockenen Zutaten auf der Zutatenliste auf einer Stufe hinsichtlich Feuchtigkeit stehen. In diesem Fall wäre ein guter Anhaltspunkt: Steht eine konkrete Fleischsorte an erster Stelle der Zutatenliste, ist das ein positives Qualitätsmerkmal.
-
Was sagt die Zusammensetzung aus?
Die Zutatenliste ist gewissermaßen der „Fingerabdruck“ eines Hundefutters. Die Reihenfolge der Bestandteile ist gesetzlich geregelt: Was an erster Stelle steht, ist mengenmäßig am stärksten vertreten. Ein gutes Trockenfutter Hund beginnt daher mit einer konkreten tierischen Proteinquelle wie „Huhn“ oder „Lachs“, gefolgt von verdaulichen Kohlenhydraten und wertvollen Ölen. Unklare Begriffe wie „tierische Nebenerzeugnisse“ oder „pflanzliche Extrakte“ lassen hingegen Raum für Interpretation und stehen oft für minderwertige Zutaten. Je transparenter die Deklaration, desto eher kannst du die Qualität einschätzen und gezielt auf Unverträglichkeiten achten.
-
Darf man Trocken- und Nassfutter mischen?
Ja, das ist sogar eine beliebte Praxis, um die Vorteile beider Welten zu kombinieren. Allerdings solltest du bei empfindlichen Hunden beide Sorten idealerweise nicht in derselben Mahlzeit mischen, sondern besser zu unterschiedlichen Tageszeiten füttern. Der Grund: Eine gemeinsame Fütterung kann bei empfindlichen Hunden zu Blähungen oder weichem Kot führen. Wer mischen möchte, gibt morgens Trockenfutter und abends Nassfutter – oder umgekehrt. So bleibt die Verdauung im Gleichgewicht. Achte darauf das beide Futtervarianten von gleich hochweriger Qualität sind. Auch gegen ein sogenanntes "Topping" von ein wenig Nassfutter über dem Trockenfutter für sehr mäkelige Hunde spricht i.d.R. nichts, da die hierzu verabreichte Menge Nassfutter im Vergleich zum Trockenfutter meist sehr begrenzt ist.
-
Ist getreidefreies Futter gesünder?
Nicht automatisch. Getreide hat lange einen schlechten Ruf gehabt, doch viele Hunde vertragen aufgeschlossene Getreidesorten wie Reis, Hafer oder Hirse problemlos. Diese liefern nicht nur Energie, sondern auch Ballaststoffe für eine gesunde Darmflora. Getreidefreies Hundefutter ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine nachgewiesene Unverträglichkeit oder Allergie vorliegt. Bei gesunden Hunden ist die Verträglichkeit der Kohlenhydratquelle entscheidender als ihre Herkunft. Hochwertige Alternativen wie Süßkartoffeln oder Erbsen sind gut, aber kein Muss – solange das Getreide gut vertragen wird, spricht nichts dagegen. Natürlich sollte der Getreideanteil im Futter begrenzt sein und nur einen kleinen Teil ausmachen, um starke Insulinspitzen bei der Verdaunung des Futters zu vermeiden. Empfehlen lässt sich auch der Einsatz von glutenfreien Getreidesorten (z.B. Hirse), welche besonders gut verdaulich sind.
-
Was sind typische Füllstoffe?
Füllstoffe sind Zutaten, die primär der Volumenstreckung dienen, aber kaum verwertbare Nährstoffe liefern. Dazu zählen vor allem Mais, Weizen, Soja, Reishülsen und melassierte Zuckerrübenschnitzel. Diese Bestandteile sind günstig und sättigen kurzfristig, führen aber oft zu größeren Kotmengen und einer schlechteren Nährstoffausnutzung. Bei langfristig einseitiger Fütterung können Mangelerscheinungen trotz scheinbar ausreichender Futtermenge auftreten. Hochwertiges Hundefutter setzt stattdessen auf gut verdauliche Kohlenhydratquellen wie Süßkartoffeln, Kartoffeln, Kürbis oder Hirse, die neben Energie auch Vitamine und Mineralstoffe liefern.
-
Woran erkennt man gutes Trockenfutter Hund?
Gutes Trockenfutter erkennst du an mehreren klaren Merkmalen: Erstens steht eine konkrete tierische Proteinquelle an erster Stelle der Zutatenliste. Zweitens ist die Deklaration transparent – das heißt, alle Bestandteile sind einzeln aufgeführt, nicht unter Sammelbegriffen versteckt. Drittens fehlen unnötige Zusätze wie Zucker, künstliche Farb- oder Aromastoffe. Viertens ist der Anteil an verdaulichen Kohlenhydraten und wertvollen Ölen ausgewogen. Und fünftens: Dein Hund verträgt das Futter langfristig gut – das zeigt sich an geformtem Kot, glänzendem Fell, guter Energie und stabilem Gewicht.
-
Ist Nassfutter gesünder?
Nassfutter ist nicht per se gesünder, bietet aber spezifische Vorteile. Der hohe Wasseranteil unterstützt die Flüssigkeitsversorgung, was besonders bei Harnwegsinfekten, Nierenerkrankungen oder trinkfaulen Hunden wichtig ist. Zudem ist Nassfutter durch seinen intensiven Geruch und die weiche Konsistenz oft schmackhafter – ideal für Senioren oder wählerische Fresser. Die Qualität hängt jedoch wie beim Trockenfutter von den verwendeten Zutaten ab. Ein Nassfutter mit viel Fleisch, wenig Füllstoffen und ohne Zucker ist eine vollwertige Mahlzeit. Ein billiges Produkt mit viel Soja und wenig echtem Fleisch hingegen nicht.
-
Soll man Trockenfutter einweichen?
Das Einweichen von Trockenfutter kann in bestimmten Situationen sehr sinnvoll sein. Bei Welpen, Senioren oder Hunden mit Zahnproblemen erleichtert die weiche Konsistenz das Kauen und Schlucken. Auch bei empfindlichen Mägen kann eingeweichtes Futter schonender sein, da es im Magen weniger stark aufquillt. Wichtig ist, das Futter nur mit lauwarmem Wasser anzusetzen und innerhalb kurzer Zeit zu verfüttern, damit keine Keime entstehen. Bei gesunden adulten Hunden ist Einweichen nicht zwingend nötig, kann aber bei Hitze oder nach sportlicher Belastung die Flüssigkeitsaufnahme fördern.
-
Wie erkenne ich Futterallergien?
Futterallergien oder -unverträglichkeiten zeigen sich meist durch wiederkehrende Hautprobleme wie Juckreiz, gerötete Stellen, Schuppenbildung oder häufiges Belecken der Pfoten. Auch Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Blähungen oder erbrechen nach dem Fressen können Hinweise sein. Häufige Auslöser sind Rind, Huhn, Weizen oder Milchprodukte. Bei Verdacht hilft eine Eliminationsdiät: Über 6–8 Wochen wird ein Futter mit einer einzigen, bisher unbekannten Proteinquelle gefüttert. Bessern sich die Symptome, war das vorherige Futter der Auslöser. Hier bietet sich Trockenbarf mit klar definierter Zutatenliste oder eigener Zusammenstellung an.
-
Wie viel Futter braucht mein Hund?
Der tägliche Bedarf hängt von Gewicht, Alter, Aktivitätslevel und Stoffwechsel ab. Als grobe Richtlinie gilt: Ein normal aktiver adulter Hund benötigt bei hochwertigem Trockenfutter etwas 0,8 bis 1,2%, bei Nassfutter etwa 2–3 Prozent seines Körpergewichts an Futter pro Tag. Hochleistungs-, Arbeitshunde, sehr aktive Rassen oder tragende Hündinnen haben einen deutlich höheren Bedarf. Beobachte regelmäßig Gewicht und Körperzustand – Rippen sollten tastbar, die Taille von oben sichtbar sein. Bei Gewichtszunahme reduziere die Menge schrittweise.
-
Wie lagere ich Hundefutter richtig?
Die richtige Lagerung ist entscheidend für Frische und Nährstofferhalt. Trockenfutter Hund sollte luftdicht, kühl (aber nicht im Kühlschrank), trocken und lichtgeschützt aufbewahrt werden – am besten in einem verschließbaren Behälter oder der Originalverpackung mit Clipverschluss verschlossen. Feuchtigkeit und Wärme können Schimmelbildung oder Fettranzigkeit begünstigen. Nassfutter bleibt ungeöffnet an einem kühlen Ort mehrere Monate haltbar. Nach dem Öffnen sollte es abgedeckt im Kühlschrank stehen und innerhalb von 48 Stunden verbraucht werden. Trockenbarf wird wie Trockenfutter gelagert, darf aber nicht mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, da es sonst quellen oder schimmlig werden kann. Vermeiden Sie in jedem Fall starke Temperaturschwankungen, da dies Feuchtigkeit begünstigen und Schimmel nach sich ziehen kann.
-
Warum frisst der Hund plötzlich nicht mehr?
Plötzliche Futterverweigerung kann viele Ursachen haben. Harmlose Gründe sind Stress, eine neue Umgebung, veränderte Fütterungszeiten oder einfach eine vorübergehende „Mäkelei“. Häufig liegt es auch an der Temperatur – viele Hunde mögen kein eiskaltes Futter aus dem Kühlschrank. Zahnprobleme, Entzündungen im Maul oder Magen-Darm-Beschwerden können ebenso der Grund sein. Auch hormonelle Schwankungen oder "Liebeskummer" (eine heiße Hündin in der Nachbarschaft) können eine Fressunlust verursachen. Wenn die Verweigerung länger als 24 Stunden anhält oder von anderen Symptomen wie Erbrechen oder Apathie begleitet wird, sollte ein Tierarzt konsultiert werden. Oft hilft schon ein Wechsel auf ein leicht erwärmtes Futter oder ein wenig Nassfutter zum bisherigen Futter. Auch sogenannte "Toppings" z.B. mit Knochenbrühe sind sehr beliebt und zudem nahrhaft.
-
Ist Barfen wirklich die natürlichste Form?
Ja, BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) kommt der ursprünglichen Ernährungsweise des Wolfes am nächsten. Es besteht aus rohem Fleisch, Knochen, Innereien und pflanzlichen Ergänzungen. Diese Form ermöglicht maximale Kontrolle über jede einzelne Zutat. Allerdings ist sie auch die anspruchsvollste. Zudem besteht bei rohem Fleisch ein gewisses Hygienerisiko durch Keime wie Salmonellen. Für Halter, die die Vorteile von BARF nutzen möchten, aber auf die Risiken verzichten wollen, ist Trockenbarf eine sichere und praktische Alternative.
-
Sind Zusatzstoffe gefährlich?
Nicht alle Zusatzstoffe sind bedenklich – im Gegenteil. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente werden gezielt zugesetzt, um den Nährstoffbedarf des Hundes zu decken, besonders wenn sie durch Verarbeitung verloren gehen. Problematisch sind hingegen künstliche Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe, die ausschließlich der Optik oder Haltbarkeit dienen, aber keinen ernährungsphysiologischen Nutzen haben. Diese können bei sensiblen Hunden sogar Unverträglichkeiten auslösen. Ein gutes Hundefutter enthält daher nur notwendige Zusätze wie Vitamine, Omega-3-Fettsäuren oder Antioxidantien, verzichtet aber auf synthetische Zusätze für Farbe, Geschmack oder Haltbarkeit.
-
Welche Proteinquelle ist am besten?
Tierische Proteine aus Muskelfleisch, Fisch oder Ei haben die höchste biologische Wertigkeit für Hunde. Das bedeutet, der Hund kann sie besonders effizient in körpereigenes Gewebe umwandeln. Geflügel, Lamm und Fisch sind zudem meist gut verträglich und liefern neben Protein auch wertvolle Fettsäuren. Pflanzliche Proteine aus Soja oder Mais haben eine geringere Wertigkeit und sollten nur als Ergänzung dienen. Bei Allergikern sind Monoprotein-Futtersorten mit einer einzigen, exotischen Proteinquelle wie Ente, Pferd oder Wild oft die beste Wahl.
-
Wie wichtig ist Fett?
Fett ist ein essenzieller Nährstoff und liefert nicht nur Energie, sondern auch lebenswichtige Fettsäuren. Omega-6-Fettsäuren (z. B. aus Hühner-, Rinder oder Lammfett) unterstützen Haut und Fell, während Omega-3-Fettsäuren (aus Fischöl oder Leinöl) entzündungshemmend wirken und das Immunsystem stärken kann. Ein gutes Hundefutter enthält ca. 10–20 Prozent Fett, abhängig vom Energiebedarf. Zu wenig Fett kann zu stumpfen Fell und Energiemangel führen, zu viel kann Übergewicht und Pankreatitis begünstigen. Die Balance und Qualität der Fettquellen sind daher genauso wichtig wie die Menge.
-
Wie erkenne ich Über- oder Untergewicht?
Der optimale Körperzustand lässt sich gut durch Tasten und Sehen beurteilen. Die Rippen sollten bei leichtem Druck mit den Fingerkuppen klar tastbar sein, aber nicht sichtbar hervortreten. Von oben betrachtet muss eine erkennbare Taille hinter den Rippen sichtbar sein. Von der Seite sollte der Bauch nach hinten hin aufgezogen wirken. Sind die Rippen nicht mehr tastbar und die Taille verschwunden, liegt Übergewicht vor. Sind die Rippen sichtbar und die Wirbelsäule deutlich hervortretend, ist der Hund untergewichtig. Regelmäßiges Wiegen und Anpassen der Futtermenge helfen, das Idealgewicht zu halten.
Weitere Beiträge aus dem Blog lesen? Hier geht's zur Übersicht »

